Träume

Ich habe am 2.06.2014 an einer philosophischen Diskussion zum Thema “Träume” mit dem Referenten Markus Melchers teilgenommen.
Hier ist mein persönliches Protokoll:

Die Diskussionsrunde wurde mit folgenden drei Zitaten eingeleitet:

  • Franz Kafka: “Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.”
  • Heraklit:  “Die Wachen haben eine einzige gemeinsame Welt.  Im Schlaf wendet sich jeder der eigenen zu.”
  • Chinesisches Sprichwort: “Wer an seine Träume glaubt, verschenkt sein Leben.”

Folgende Stichpunkte sind von mir so verstandene Zitat- und Gedankenschnipsel aus der Diskussion:

  • Martin Luther King: “Ich habe einen Traum…”
  • Es gibt Wunschträume, Tagträume und Schlafträume.
  • Schlafträume haben einen Ursprung in der Realität.
  • „Der Mensch wird zum Gott, wenn er träumt.“  So wie Gott sich uns erträumt,  erträumen wir andere.
  • „Wer im Dunkeln sitzt zündet sich einen Traum an.“
  • Im Traum ist man zeitlos, ohne Konsequenzen in einer eigenen ungeteilten Welt. Im Wachzustand ist man an die von anderen gemeinsam geteilten Gegenwart gekettet. (Siehe auch: Was ist Zeit?)
  • Freud: In den Träumen werden vergangene Erfahrungen verarbeitet.
  • C.G. Jung sagt,  dass auch Lösungen im Traum gefunden werden.
  • Tiere träumen auch.
  • Thomas Metzinger schreibt in “Der Egotunnel”: Die einzige Funktion des Traumes ist die Körpertemperatur zu regeln.
  • Es gibt auch luzide Träume,  Klarträume.
  • “Schlaf mal drüber” ist ein Tipp um Kreativität zu erlangen (aber auch um die momentane Situation zu verlassen).
  • Im Traum ist etwas in uns wach.
  • Man träumt auch außerhalb der “REM”-Phase in den Tiefschlafphasen.
  • Auch als Zeuge ist die “Wahrnehmung” verzerrt.
  • Für einige Indianer war der Traum die Realität und nicht das Tagesleben.
  • Das träumende Bewusstsein ist ein anderes Bewusstsein als das wache.
  • Die Philosophie fragt: Beweise mir die Kriterien eines Traums.
  • Bis Descartes wurden traumtheoretische Äußerungen besprochen:
    • Aristoteles: Im Traum wirken Lichtpartikel vom Tage (Endogen).
    • Mittelalter: Der Traum ist eine Eingebung Gottes, von Engeln, Dämonen,.. (Exogen)
    • Descartes fragt als erster: Wie unterscheidet sich die Traumwirklichkeit von der Wachwirklichkeit?
  • Im Alten Testament gab es Traumdeuter.
  • Ich selber hatte mehrere Träume, den letzten vor wenigen Wochen, die ich als prophetisch betrachte (siehe “Persönliche Traumbeispiele 2013/2014“).
  • Viele Traumelemente werden von mehreren Menschen geträumt. Z. B. vor einem Abgrund stehen oder fliegen können.
  • Träume sind oft überraschend. Aber wie kann ich mich selber überraschen? Ich kann mich ja auch nicht selber auskitzeln. Ein Hinweis auf exogene Träume (Prophetie) oder eine gewisse Schizophrenie (siehe “Persönliche Traumbeispiele 2013/2014“).
  • In der Kunstszene haben die Surrealisten auf ihre Träume zurückgegriffen.
  • Drogen beeinflussen Träume.
  • Wir haben keinen Einfluss darauf ob der Traum kommt,  was ich träume,…
  • Mit welchen Sinnen nehme ich eigentlich meine Träume wahr.
  • Manche Menschen träumen nicht,  bzw. erinnern sich nicht daran.
  • Wie kann ich meinen Schlaf von meiner Wachheit unterscheiden? (Fragen Platon und Aristoteles.)
  • Kann ich mich im Schlaf erleben?
  • Wenn ich von einem Traum erzähle, verfälsche, objektiviere ich ihn.  Ich wechsel das Medium in Worte um.
  • Es gibt kein wissenschaftliches,  erkenntnistheoretisches Werkzeug Träume zu interpretieren.
  • Im Wachzustand entscheidet mein Bewusstsein, dass etwas gut oder böse ist.  Bei den Träumen darf die Ambivalenz bestehen bleiben.
  • “Träume sind Schäume” bezieht sich auf Wunschträume, nicht auf Schlafträume.
  • Die Traumanalyse funktioniert, obwohl es keine befriedigende wissenschaftliche Theorie gibt.
  • Viele Träume lassen uns nicht kalt und haben damit einen Bezug zur Wirklichkeit.
  • Aristoteles: Die prognostische Kraft kommt aus den Tagesüberresten.  So wie viele Würfe einen Treffer bringen, trifft auch schon mal ein Traum ins Schwarze.
  • Im Traum ist der präfrontale Cortex unterbeschäftig, also unser Bewusstsein stark eingeschränkt.  Demnach ist jegliche Traumdeutung obsolet.
    • Aber genau deswegen haben Gedanken Platz, die sonst unterdrückt würden.
  • Beim Zugunglück von Meschede hatten die Menschen in der Traumabewältigung mehr Erfolg, deren Therapie abgebrochen wurde.
  • Träume kann man nur ungenau beschreiben,  genauso wie Musik.
  • Wenn Menschen nicht träumen werden sie krank.
  • Könnte es sein, dass die wichtigsten Träume die sind, an die man sich nicht erinnert?
  • Ich wäre ein anderer Mensch, wenn ich keine Träume hätte.
  • Hans Bloch: “Träume nach vorwärts.”

Und hier die Abschlusszitate:

  • Friedrich Schiller: “Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker erzeugt.”
  • Immanuel Kant: “Das Spiel der Phantasie mit dem Menschen im Schlafe ist der Traum, und findet auch im gesunden Zustande statt; dagegen es einen krankhaften Zustand verrät, wenn es im Wachen geschieht.”

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