Mensch und Technik

Ich habe am 11.04.2015 an einer philosophischen Diskussion zum Thema “Mensch und Technik” mit dem Referenten Markus Melchers teilgenommen.
Hier ist mein persönliches Protokoll:

Die Diskussionsrunde wurde mit folgenden drei Zitaten eingeleitet:

  • Ernst Bloch: ” Technik ist Entbindung und Vermittlung der im Schoss der Natur schlummernden Schöpfungen.”
  • Egon Fridell: “Der Siegeslauf der Technik hat uns völlig mechanisiert, also verkümmert.”
  • Benjamin Kammerlohr: “Die Aufstellung von Fahrscheinautomaten, die den Schlitz nicht voll kriegen, ist zweifellos ein großangelegtes Betrugsmanöver. Diese kleinarmigen Banditen tragen nicht einmal Kravatten, an denen man sie ziehen könnte. Man sollte ihnen und ihren Aufstellern jeden Tag eine Mahlzeit aus Knüppelsuppe und Besenstielpastete verabreichen.”

Folgende Stichpunkte sind von mir so verstandene Zitat- und Gedankenschnipsel aus der Diskussion:

  • Die Technik sollte immer vom Menschen abhängig sein, aber nicht umgekehrt.
  • Die Technik hat die Menschheit überrumpelt.
  • Ohne Computer hätten wir heute noch gestern.
  • Die Römer hatten auch schon Technik.
  • Was ist eigentlich Technik?
  • Töpfern, Teppich knüpfen, selbst der Faustkeil ist schon Technik.
  • Mit der Technik entwickelt sich auch ein Weltbild. Z.B. das mechanistische aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
  • Auch Webervögel verwenden Technik und Raben lassen Nüsse von Autos knacken.
  • Was ist das Gegenteil von Technik?
  • Technik ist das intelligente Nutzen von Möglichkeiten.
  • Technik befreit uns aus der Not.
  • Technik kann natürlich auch missbraucht werden.
  • Technik ist das, wo ein Vorgang vorhanden ist.
  • Der Computer kann sich zwar super erinnern, aber ist schlecht im Kreativen, Assoziativen.
  • “Die Fahrkartenautomaten sind so einfach zu bedienen, man muss nur wissen wie es geht.” 😉
  • Saturn ist ein Technikmarkt.
  • Aus dem griechischen ist das Wort “Technik” mit dem Wort “Kunst” verwandt, Die Kunst die Natur zu verändern.
  • Technik ermöglicht Macht auszuüben.
  • Platon: Technik ist das Wissen über die Zusammenhänge.
  • Aristoteles unterscheidet die Praxis von dem Hervorbringen (Ars?)
  • Aristoteles: Die Grundlage der Technik ist die Erfahrung.
  • Eine Dampfmaschine regelt sich selber, braucht den Mensch nicht, solange Energie da ist.
  • Kommt bald die Zeit, wo die Technik den Menschen nicht mehr braucht?
  • Ist die Technik eine antropologische Konstante? Kann der Mensch ohne Technik leben?
  • Das Gehirn verändert sich ständig, der Computer nicht.
  • Wollen wir eine Welt, die bequem ist und von der Technik beherrscht wird (automatische Fahrkartenabrechnung, automatische Rollläden,…)?
  • Je komplexer die Technik ist, umso abhängiger sind wir von den Gruppen, die diese Technik beherrschen. Das kann auch gut sein, weil wir länderübergreifend Handelsstränge gründen, was wiederum den Frieden sichert.
  • Ist es erstrebenswert, dass die Angehörigen dafür einklagen müssen, ihren Verwandten sterben lassen zu dürfen, weil er automatisch künstliche Ernährung bekommt?
  • Francis Bacon: Was machbar ist, darf gemacht werden. “Die Natur muss auf die Folterbank um ihr die Geheimnisse zu entreißen.”
  • Plutonium ist ein (höchstgiftiges) technisches Produkt, welches die Natur nicht erfunden hat, sondern der Mensch. Der muss es von jetzt an für zig tausend Jahre unter Kontrolle halten.
  • In der Börse laufen heute schon Computerprogramme, die die Preise von Nahrungsmittel bestimmen und damit jetzt schon automatisiert über Leben und Tod entscheiden.
  • Auf meiner Arbeit betreiben wir ein System, welches hochkomplex ist, sehr wichtig ist und von einer viel zu kleinen Mannschaft zwar am Leben erhalten, aber nicht komplett verstanden, bzw. kontrolliert wird.
  • Schachcomputer sind lernfähig (z.B. “Fritz 16”). Einen Fehler macht er nicht zwei mal.
  • Schachcomputer sind keine Brute Force Rechner mehr, sondern sie Rechnen wie Menschen.
  • Generation “Senkkopf”: Jugendliche an den Bushaltestellen, die nur auf ihr Handy starren.
  • Es existiert eine Koevolution zwischen Mensch und Technik.
  • Das Leben hat zwei Parameter, die die Evolution vorantreiben lassen: Bleibe am Leben und vermehre dich. Die Technik hat bisher nur den ersten implementiert.
  • Noch hängt die Technik von dem Menschen ab.
  • Wenn man das Wissen von Google und Facebook mit dem Schachcomputer verbindet und ihm den Befehl gibt “vermehre dich”, öffnen wir die Dose der Pandora.
  • Es gibt eine philosophische Doktorarbeit, in der überlegt wird, wie man einen Computer bestraft. Ergebnis ist, nicht ausschalten, sondern einschränken der Funktionen.

Und hier die Abschlusszitate:

  • “Der Computer ist die Antwort. Aber was war noch mal die Frage?”
  • Carl von Ossietzky: “Der dicke Chesterton hat einmal im Bezug auf den Rundfunk den herrlichen Satz geschrieben, das wer soundso, wenn er vom Nordpol her spricht, nicht weniger trivial wirkt, als wenn er vom Nebenzimmer spricht. Da die höchstentwickelte Technik sich vornehmlich darauf beschränkt, uns gesprochene, gedudelte oder gesungene Idiotismen zu vermitteln, so ist es also nur in Ordnung, dass der Geist den alten Weg über das Druckpapier nehmen muss.”
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One Response to Mensch und Technik

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