Evangelisation in der Postmoderne

Protokoll vom 3. Schwarzbrotabend “Evangelisation in der Postmoderne” vom 7.5.2014 aus der FeG Eschweiler

Motivation:

  •  Röm. 15.21: Ich folgte damit den Worten der Heiligen Schrift: “Gerade die sollen ihn sehen, denen er nicht angekündigt war, und die noch nichts von ihm gehört haben, werden ihn begreifen.”
  •  Mat. 28.18-20: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.“

Wie steht es um die Religion?

  • Weltweit gewinnt die Religion an Einfluss, außer in Europa.
  • 51% der Ostdeutschland sind Atheisten.
  • Seit den 50ern schrumpft der Kirchenbesuch.
  • Früher funktionierte Großevangelisation und Traktate verteilen, das geht heute nicht mehr.

Wer sind die Menschen, die Gott durch mich erreichen will? Was ist deren Kultur? Jedes Evangelium ist kulturell geprägt:

  •  Prämoderne:
    • Traditionell, fundamental.
    • Es gab absolute Wahrheiten.
    • Es gibt nur eine Wahrheit.
  • Moderne:
    • kritische Rationalität, Rationalismus.
    • Alles wird in Frage gestellt (Skeptizismus).
    • Agnostiker, die an nichts glauben.
    • Es gibt nur eine Wahrheit, aber verschiedene Wahrheitsansprüche.
  • Postmoderne:
    • Relativismus. Alles ist ok solange man keinen anderen stört.
    • Es darf keine absolute Wahrheit geben. Jedes Ding hat seine eigene Wahrheit (Pluralismus).
    • Individuelle Werte sind wichtiger als allgemeingültige Wahrheiten.
    • Es gibt weniger Vorgaben für Werte. Jeder muss seine eigenen Werte finden und verteidigen.
    • Globalisiertes Leben: Ständige Orts- und Berufswechsel. Fragmentierte Familien, digitales Nomadentum.
    • Die Gesellschaft differenziert sich aus in Teil- und Subkulturen.
    • Der kritische Prüfstein für den Glauben ist: “Funktioniert das?”
    • Das Konzept von Schuld und Sünde ist nicht mehr nachvollziehbar.
    • Es gibt eine große Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Spiritualität.
    • Beziehungen sind wichtiger als Veranstaltungen.
    • Der Weg zum Glauben ist ein Weg. Bei der Prämoderne war es die Bekehrung.
    • Belonging befor believing: Dazugehören kommt vor der Bekehrung.

Übersetzen:

  • Unsere Gesellschaft ist aber nicht nur postmodern, sie ist heterogen.
  • Es gibt sehr viele verschiedene Milieus und Subkulturen.
  • Wie begegne ich diesen Menschen. Welche Worte und Rituale wende ich an?
  • Kontextualisierung: Wie werde ich verstanden?
    Beispiel: in manchen Kulturen ist eine Schlange eine Delikatesse und ein Fisch etwas unreines. Jesu Gleichnis muss „übersetzt“ werden.

Vorleben:

  • Wie kann das Glaubensleben für diese Menschen aussehen?
  • Statt Subkultur wollen wir Lebensraum sein.
  • Entkehrung: mangelnde Auseinandersetzung mit dem Glauben,  mangelnde Relevanz mit dem Alltag oder persönliche Enttäuschung.

Vier Kategorien von Nichtchristen:

  1. Reife Äpfel
  2. Echte Fragen und Zweifel
  3. Leute mit Interesse aber wenig Ahnung
  4. Kein Interesse: Apathisch bis feindlich gesonnen.
  •  Wahrheit muss landen können. Wenn wir von Hölle reden, hören die meisten weg.

Grundlagen:

  • Gebet und Evangelisation.
  • Betonung der Verkündigung auf Gnade.
  • Gründe für Desinteresse sind nicht Kleidungsstil und Musikrichtung.
  • Es gibt heute viele Weltanschauungen. Man betrachtet diese durch eine Brille. Die jeweiligen Antworten bestätigen die Brille.
  • Ein Mittel gegen die Postmoderne ist, etwas zu Ende zu denken. Dadurch verschwinden viele der vermischten „Wahrheiten“.
  • Es geht nicht darum zu sagen, deine Brille ist schlecht, sondern es ist besser zu sagen” Ich habe eine bessere”.
  • Weltsicht identifizieren. Fragen worauf das Leben aufbaut.
  • Weltsicht analysieren.
  • “Es gibt keine absolute Wahrheit” ist ein Widerspruch, denn sonst wäre ja auch diese Aussage nicht wahr.
  • Werte sind auch absolute Wahrheiten.

 

  • Wenn jemand nicht zuhört hilft Fragen stellen und ernstes Interesse zu zeigen. Zeit nehmen. Glaubenszeugnisse geben.
  • Modelle des Lernens: Frontalunterricht vs. sokratischer Dialog.
  • Gemeinsam nach Gottes Wahrheit suchen.
  • Die Bibel erzählt Geschichten von Menschen die mit Gott Erfahrungen gemacht haben, keine Dogmatik.
  • Nicht direkt vom Kreuz erzählen.
  • Die Kosten und Kämpfe nicht verschweigen.

Rechtfertigung des Glaubens (Apologetig):

  • Wahrheit sagen, aber auch Geheimnisse anerkennen.
  • Manche Angriffe auf den Glauben sind Nebelkerzen (oftmals Evolutionstheorie). Welche Frage steht hinter dem Angriff?
  • Nicht eigene Klugheit in den Mittelpunkt stellen.
  • Der Heilige Geist hilft.
    Die Theodizeefrage kommt immer. Jede Religion erklärt sie anders (stark verkürzt ;-):

    • Hinduismus: Selber Schuld
    • Islam: Gott will es so (Schicksal/Kismet)
    • Buddhismus: Leid ist nur Illusion
    • Christentum: Leid ist die Konsequenz einer freien und von Gott getrennten Welt. Er will es auch nicht und er leidet mit uns.
  • Irrtümer der Bibel kommen auch immer. Aber gerade die kleinen Ungereimtheiten machen die Bibel so authentisch.
  • Glauben kann man nicht beweisen (sonst wäre es ja auch kein Glauben). Den Verstand auch nicht. Die eigene Existenz auch nicht. Wir vertrauen auch anderen Dingen, ohne Beweise dafür zu haben. Auch die Naturwissenschaften können seit Heisenberg letztendlich gar nichts mehr beweisen.
  • Naturwissenschaften können die Welt nicht erklären und bauen auf Hypothesen auf, deren Grundlagen Spekulationen sind (z.B. Ursache des Urknalls)

Was können wir Postmodernen Menschen bieten, was sie nicht haben:

  • Heimat/Zuhause
  • Einen Boden, auf dem das Leben gebaut werden kann
  • Einen Sinn

Fazit: Was zählt sind authentische Beziehungen.

Quellen:

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