Angst

Ich habe am 2.10.2012 an einer philosophischen Diskussion zum Thema “Angst” mit dem Referenten Markus Melchers teilgenommen.
Hier ist mein persönliches Protokoll:

Die Diskussionsrunde wurde mit folgenden drei Zitaten eingeleitet:

  • Peter Scholl-Latour: “Angst ist die Vorraussetzung des Lebens.”
  • Benjamin Franklin: “Blinder als blind ist der Ängstliche.”
  • Epiklet: “Tue nichts im Leben, was dir Angst machen muss, wenn es dein Nachbar merkt.”

Folgende Stichpunkte sind von mir so verstandene Zitat- und Gedankenschnipsel aus der Diskussion:

  • Angst hat man nicht zwingend vor etwas Konkretem.
  • Peter Scholl-Latour soll auch gesagt haben: “Angst habe ich nur auf deutschen Autobahnen.”
  • Augustinus hat die Angst in die Theologie gebracht, als Erziehungsmittel.
  • Die Aussage “Gott ist immer bei uns” war ursprünglich tröstlich gemeint, wurde aber uminterpretiert in ein “Gott sieht alles, also pass auf was du tust oder denkst.”
  • Angst ist etwas Elementares, Essentielles.
  • Angst ist überlebenswichtig.
  • German Angst: Diffuse Furcht vor Katastrophen, geschürt durch die Medien.
  • Die Bildzeitung schürt bewußt Ängste und Sorgen. Die Motive sind politisch gewollt.
  • Sorgen sind Unter-, bzw. Vorstufen der Angst.
  • Synonyme für Angst: Horror, Panik, Schauder, Schreck.
  • Menschen sind unterschiedlich ängstlich. Angst ist individuell.
  • Angst ist ein Gefühl, oft irrational.
  • Angst lähmt.
  • Angst setzt Adrenalin frei. (Fight or Fligth).
  • Philosophisch gesehen: Angst hat man vor Dingen die man nicht kennt (z.B.: Tod, Finanzkollaps), Furcht vor Dingen die man kennt (z.B.: Zahnarzt).
  • Angst ist ein politisches und religiöses Machtinstrument (Z.B.: Arbeitsplatzverlust, Gesichtsverlust,…)
  • Angst ist diffus.
  • Angst kann sich ausbreiten (z.B.:Massenpanik, Angst vor Waldsterben)
  • Hat ein Optimist weniger Angst als ein Pessimist?
  • Das Durchwandern der Angst nennt man Tapferkeit oder Mut.
  • Nur der tollkühne Mensch hat keine Furcht.
  • In Ostdeutschland ist die Angst vor Ausländern am größten, obwohl (oder weil) dort die wenigsten Ausländer wohnen.
  • Angst (altgermanisch: Ang) ist ein Gefühl der Enge.
  • Angst ist vergänglich. Eine Panik im Fahrstuhl soll angeblich nach 3 Stunden vorbei sein.
  • Angst kann zu einen Training führen, wie man in einer konkreten Situation agieren soll. Im Zustand der Angst kann man nicht mehr rational denken.
  • Weltangst ist diffus.
  • Zukunftangst ist diffus.
  • Martin Heidegger:
    • „Das Wovor der Angst ist das In-der-Welt-sein als solches.”
    • Weltangst ist, wenn ein Mensch begreift, dass er Mensch ist.
    • Kinder haben keine Weltangst.
    • Die Welt wird immer schlimmer, je erwachsener man wird.
    • In der Welt sein ist metaphysich gemeint: Ein Subjekt mit eigener Wahrnehmung, wissend das es nur endlich ist.
    • Diese Weltangst kann nicht überwunden werden.
  • Jesus Christus sagt (Joh. 16,33): “In der Welt, da habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.”
  • Heidegger meint auch, dass diese Weltangst frei macht
  • In der Existensphilosophie ist der Angstbegriff der authentische Weltbezug. Im Gegensatz zum Furchtbegriff, der einen fehlgeleiteten Weltbezug darstellt.
  • Wer Angst oder Furcht empfindet, empfindet sich als Opfer.
  • Max Scheeler: Wie kann ich die Angst der anderen erkennen, ohne selber Angst zu bekommen?

(Übrigens fand der überwiegende Teil der Diskussionsteilnehmer die Gedanken von Heiddeger nicht sympathisch.)

Was hilft gegen Angst:

  • Man kann Angst hinterfragen. Wenn es rationale Gründe gegen die Angst gibt, kann man diese verinnerlichen.
  • Man kann Angssituationen trainieren. Dadurch werden Verhaltensmuster eingeprägt, die in der Angstsituation helfen. (Z.B.: Verhalten bei Tsunamies, Kampfsport,…)
  • Gegen Phobien hilft die Konfrontation und “Abhärtung”.

Schlußzitate:

  • Arthur Schopenhauer: “Uebrigens ist das Charakteristische des panischen Schreckens, daß er seiner Gründe nicht deutlich bewußt ist, sondern sie mehr voraussetzt, als kennt, ja, zur Not geradezu die Furcht selbst als Grund der Furcht geltend macht.”
    (zu Deutsch: Furcht nährt sich selber)
  • Gabriel Laub: “Wenn alle mutig sind, ist das Grund genug, Angst zu haben.”

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