Vom den Grenzen unserer Welt

Gestern lag ich im Bett, hörte Jean Michel Jarre, und plötzlich hatte ich das Gefühl, wie durch einen Vorhang zu schauen, der sich ein Stück weit öffnet, um mir die Welt zu erklären. Ich sah, dass die Welt im Kleinsten nicht aufhört. Sie wächst immer weiter, je tiefer wir durch das Mikroskop schauen. Sie wird wahrscheinlich nie aufhören. Wir entdecken immer kleinere “Teilchen”, je weiter wir forschen. Wir stoßen auf immer neue Phänome, neue Systeme. Wer sagt denn, dass die Welt da aufhört, wo wir sie mit unseren Physikalischen Mitteln nicht mehr messen können. War es bisher nicht so, dass wir mit jedem neuen Messinstrument neue Welten entdeckten? Warum sollte das irgendwann aufhören?
Der Gedanke ist natürlich erschreckend, dass unendlich viele weitere Universen allein in meinem Fingernagel stecken.
Gleiches gilt für die andere Richtung, unser Universum. Je weiter wir schauen um so größere Strukturen erkennen wir, Cluster von Clustern von Galaxien. Warum sollte nicht auch unser sichtbares Universum ein Atom in einer größeren Struktur sein?
Und auch was die Zeit betrifft, gibt es kein Anfang und kein Ende. Denn unsere lineare Vorstellung von Zeit gilt für unseren Alltag, aber nicht für die Extreme am “Anfang” des Urknalls. Dort war es sehr heiß, es gab also eine hohe Ereignisdichte. Aber auch eine andere Physik. Die Ereignisse nähern sich, wenn man in der Zeit rückwärts geht, asymptotisch einem “Anfangspunk”, erreichen ihn aber vielleicht nie.
Und auch wenn das All irgendwann einmal auskühlt, so gilt das doch auch für die “gefühlte Zeit”. Sollte das also jemand bewusst mitbekommen, dann würde er es nicht merken, denn auch sein Zeitempfinden würde sich genau so verlangsamen.

Wohin ich also auch schaue, ich finde keine Grenzen. Im Gegenteil, ich finde immer neue Systeme, neue Welten, Sinnfelder. Das ist ja auch im Alltag so. In wie vielen Welten sind wir nicht überall zu Hause (Beruf, Hobby, Freunde, …)?
Man gelangt von einer Welt in die andere, wie man vom Hölzchen zum Stöckchen gelangt.
Es gibt keine Grenzen. Irgendwie scheint alles miteinander verbunden zu sein, aber nicht alles beinflusst auch das andere. Gesetze, die hier gültig sind, gelten woanders nicht (z.B. kommt Gravitation nicht im Kapitalismus vor).

Und unsere Rolle? Nun, ich weiß nicht was vor meiner Geburt war, dort lebte ich zweifellos in einer anderen Welt. Nach meinem Tod werde ich das wohl auch tun.
Aber wenn doch alles in “dieser Welt” irgendwie faszinierend, erkundungswert ist, dann sind wir es doch auch, oder? Wenn ich eine Amöbe mit seinem Zellaufbau betrachte, denke ich, Gott liebt jedes Detail.

Apropos Gott, wo steckt denn dann der?
Ich glaube fast, es gibt gar kein “Außerhalb” unseres Universums, denn es hat keine Grenzen (was nicht zwingend logisch ist, eine Kugeloberfläche hat auch keine Grenzen). Aber was wissen wir denn schon von unserer Welt. Wir könnten doch gar nicht mitbekommen, wenn Sonnen über Neutrinos kommunizieren würden oder geografische Verwerfungen in Wirklichkeit “Lebewesen” wären, die auf einer ganz anderen Zeitskala agieren. Wir hören ohne Radio keine Funkwellen, die doch da sind, und wir erkennen auch nicht, wenn ein Dämon uns sagt “Du bist nichts Wert”. Wir wundern uns höchsten über die Depressionen.Ein liebender Gott könnte hinter/in all dem stecken. Das passt aber nicht zu der Tatsache, dass es Kriege gibt. Ich denke diese “Höllen” sind Orte, wo Gott tatsächlich außen vor ist.
Gott läßt sich zumindest laut Bibel von dem finden, der ihn sucht.

Soviel zu meinem kleinen Blick durch den Vorhang, aber wer weiß, vielleicht hatte ich auch einfach nur ein Stück Fliegenpilz im Essen 😉

Achim Mertens

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Ich bemühe mich die Welt zu verbessern. Mein Beitrag ist nicht groß, aber ich bin ein Legionär - und die bewirken das meiste.
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